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12. Januar 2018 DIE LINKE Kreisverband Gütersloh

DIE LINKE Kreis Gütersloh: Campina, Mut zur Veränderung

In Gütersloh bald Vergangenheit?

Seit einer Woche sammeln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FrieslandCampina Unterschriften für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Der Kreisverband DIE LINKE unterstützt die Aktion. Jeder Versuch ist es wert, um die 300 Arbeitsplätze zu retten. Ein Brief und Unterschriften für den König ebenso wie die Forderung, den multinationalen Konzern zum Verkauf des Gütersloher Werkes zu bewegen. Aber DIE LINKE hat Zweifel, ob das wirklich eine dauerhafte Sicherung guter Arbeitsplätze bringt.

Es gibt leider keine einfache Lösung, so Michael Pusch, der Sprecher des Kreisverbandes: „Wir sollten uns also nicht scheuen, auch über ungewöhnliche Wege nachzudenken. Vor zehn Jahren stand das Fahrrad-Werk Nordhausen in Thüringen vor der Schließung. Die Beschäftigten besetzten ihr Werk um ihre Arbeitsplätze zu retten. Selbstverwaltet nahmen sie die Produktion wieder auf und produzierten erfolgreich ihr „Strike-Bike“. Von einer ‚Pilotfunktion‘ war die Rede. Das ging 3 Jahre gut, dann musste die „Strike Bike GmbH“ Insolvenz anmelden. Erfolgreicher lief es im englischen Dorf Hawes nördlich von Manchester. Als vor 25 Jahren die Molkerei mit 200 Angestellten geschlossen werden sollte, beschloss der Gemeinderat die Fabrik zu erwerben und sie weiterzuführen. 25 Jahre später beschäftigt Wenseydale Creamery immer noch 200 Mitarbeiter. Mehrere Angebote von großen Konzernen lehnte der Stadtrat von Hawes ab. Machen wir uns nichts vor, das Überleben kollektiver, kommunaler und demokratischer Eigentumsformen ist im Kapitalismus nicht erwünscht und deshalb nicht einfach.“

Uschi Kappeler, Sprecherin des Kreisverbandes: „Solidarität in Taten, nicht nur in Worten, ist deshalb angesagt. Wären die Bäuerinnen und Bauern im Kreis bereit, sich zu beteiligen? Einfluss auf die Preise und kürzeste Transportwege wären der Lohn. Was ist mit dem lokalen Einzelhandel? Hat er den Mut, die Produkte von Nestle & Co. aus den Regalen zu schmeißen um Platz zu machen für lokale Produkte? Regionale Vermarktung und bevorzugt Bio-Produkte sollten das Ziel sein. Aber dazu müsste die Gütersloher Molkerei künftig mehr Bio-Produkte anzubieten. Das funktioniert aber nur, wenn mehr Betriebe auf ökologische Landwirtschaft umstellen. Ebenso gefordert sind die zahlreichen anderen Zulieferer der Molkerei im Kreis. Werden sie auch künftig ihr Knowhow und ihre Kapazitäten zur Verfügung stellen? Auch wenn es nicht um den maximalen Gewinn, sondern um den Erhalt von Arbeitsplätzen und regionalen Strukturen geht?

Wirklich dauerhafte Arbeitsplätze können nur entstehen, wenn ökologisch nachhaltig und ethisch vertretbar produziert wird. Produkte, die ohne die Ausbeutung von Tier, Umwelt und Mensch auskommen, müssen in der Gesellschaft verankert werden. Die Lösung ökologischer Probleme setzt einen bewussten Konsum, bessere Verbraucherinformation und soziale Gerechtigkeit voraus.“

Michael Pusch: „Eine Handvoll überbezahlter Leute an der Spitze der ‚Königliche FrieslandCampina‘ entscheidet über die Zukunft des Gütersloher Werkes. Dabei geht es nicht um das Schicksal Hunderter Beschäftigter und ihrer Familien. Ökologische Aspekte spielen ebenfalls keine Rolle. Das ist möglich, weil die Demokratie an den Fabriktoren endet und dem Profit Platz macht. Es gibt Alternativen. Kommunale, genossenschaftliche oder selbstverwaltete Lösungen widersprechen weder dem Grundgesetz und werden in der Landesverfassung NRW sogar gefordert.“

Hier geht’s zu den Unterschriftenlisten:

https://www.ngg.net/fileadmin/medien/2017/PDF/NGG_Info_Campina_Nr._1_Heilbronn.pdf