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DIE LINKE. Ratsfraktion Gütersloh

Gesellschaftliche Lage

Rede im Stadtrat am 25.06.2020

Corona-Ausbruch Tönnies

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerade fällt uns unser schönes System des „Wohlfühl-Kapitalismus“ als Scherbenhaufen vor die Füße. Ein winzig kleines Virus reißt diesem System gnadenlos die Maske herunter und deckt die Fehler in unserem Gesellschafts-, Wirtschafts- und Gesundheitssystem auf.

Eben noch stellt sich Tönnies als sympathischer Leistungsträger der Gesellschaft dar, als systemrelevantes Unternehmen, als wichtiger Versorger der Menschen mit hochwertigen Fleischprodukten.

Was jetzt ans Licht kommt, ist ein skrupelloser Profiteur des Systems, der auf den eigenen Profit und Machterhalt bedacht ist und dabei auch nicht davor zurück schreckt, Gesundheit und Leben der anderen Menschen auf´s Spiel zu setzen. Ausbeutern darf die Zukunft nicht mehr gehören.

Tönnies ist aber nur die Spitze des Eisberges. Das ganze System ist krank. Es basiert auf der skrupellosen Ausbeutung der Arbeiter. Da sind die vielen Subunternehmer zu nennen, die mitverdienen, ohne die dieses System nicht funktionieren würde. Da sind auch die Vermieter zu nennen, die mehr verdienen, wenn in ihrer Wohnung 10 Werkarbeiter wohnen anstatt eine 4-köpfige Familie. Alle die sind nicht schuldlos, die sich jetzt aufregen, dass sie wegen Tönnies ihre Kinder nicht in die Schule bringen oder in den Urlaub fahren dürfen, sich aber keine Gedanken machen, warum Fleisch so billig ist.  

Die Regeln und Kontrollen auf allen Ebenen haben versagt. Viele Verantwortliche stellen sich jetzt vor die Kameras und beteuern Unschuld und Ahnungslosigkeit. Tönnies verspricht, ab jetzt werde alles besser. Naja, schlimmer kann es wohl kaum noch werden.

Wie heißt es so schön, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Hier hat man wohl mehr vertraut als kontrolliert. Oder liegt es vielleicht daran, dass man dem lieben Freund Tönnies nicht auf die Füße treten wollte? In der Zeitung ist da auch von umfänglichen Parteispenden die Rede.

Da lässt man Tönnies die eigenen Leute testen und es fallen niemand die 1.500 Infizierten auf? Das ist den Bock zum Gärtner machen. Ist der Coronaausbruch ganz plötzlich passiert oder wurde da verschleiert? Wie steht es überhaupt um die Hygiene in dem Betrieb? Es gibt schließlich noch jede Menge andere gefährliche Keime, Bakterien und Viren? Was wussten die Verantwortlichen? Wer hat da versagt? Die Verantwortung dafür muss auf allen Ebenen gesucht werden. Angefangen bei Tönnies über den Landrat, bis hin zur Landesregierung und Bund.

Auch das zögerliche Krisenmanagement auf allen Ebenen ist fragwürdig. Die Infizierten dürfen sich noch tagelang frei bewegen und ihren Geschäftigkeiten nachgehen. Warum zögerten die Verantwortlichen so lange? Da ist es doch eher dem Glück zuzuschreiben, als der Professionalität der Beteiligten, wenn sich das Virus nicht schon längst weiter verbreitet hat.

Fazit: Eine lückenlose, juristische Aufarbeitung ist zwingend notwendig. Nach dem Verursacherprinzip müssen alle Schadenverursacher zur Verantwortung gezogen und für alle Schäden haftbar gemacht werden. Alle Werkarbeiter müssen Arbeitsverträge erhalten und vernünftig entlohnt werden. Weiter müssen Ihnen menschenwürdige Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Und dem Landrat empfehlen wir, seinen Wunsch nach Wiederwahl noch einmal zu überdenken.

 

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