Antrag zum Stellenplan 2026 der Stadt Gütersloh

DIE LINKE. im Rat der Stadt Gütersloh

Politik stellt kein Geld bereit für soziale Dienste

Die Fraktion Die Linke stellt für die Sitzung des Rats am 26.03.2026 den folgenden Antrag zum 
TOP 17 „Stellenplan für das Haushaltsjahr 2026“:  

Beschlussvorschlag: 
Es werden vier zusätzliche Vollzeitstellen im Stellenplan 2026 im Fachbereich 54 (Jugend und 
Familie) für den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) geschaffen. Dies dient zur Reduzierung von 
Rückständen bei Fällen der Kindeswohlgefährdung (KWG) und zur Sicherstellung gesetzlicher 
Aufgaben nach dem SGB VIII.

Begründung:  
Der Allgemeine Soziale Dienst ist ein zentraler Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe und trägt 
maßgeblich zur Sicherstellung des Kinderschutzes bei. In den vergangenen Jahren ist ein 
kontinuierlicher und deutlich ansteigender Fallzuwachs zu verzeichnen, der bislang nicht abflacht. 
Die bestehenden personellen Kapazitäten reichen bereits jetzt nicht mehr aus, um die 
anfallenden Aufgaben vollständig und zeitnah zu bewältigen.

Infolge der Überlastung mussten bereits fachliche Priorisierungen vorgenommen und 
Qualitätsstandards abgesenkt werden. Insbesondere werden Fälle der Kindeswohlgefährdung 
vorrangig bearbeitet, während andere Hilfebedarfe teilweise verzögert oder nicht mehr im 
erforderlichen Umfang berücksichtigt werden können. Hierdurch ist ein erheblicher Fallrückstau 
entstanden, der die Handlungsfähigkeit des ASD zunehmend einschränkt.

Diese Entwicklung steht im Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag gemäß SGB VIII, wonach 
Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen sind und die Jugendhilfe dazu 
beitragen soll, Benachteiligungen zu vermeiden sowie positive Lebensbedingungen zu schaffen. 
Eine dauerhafte Nichterfüllung dieser Aufgaben ist rechtlich und fachlich nicht vertretbar. 
Der Personalbedarf ist auch fachlich angezeigt: Nach Einschätzung des Jugendamtes fehlen 
derzeit bis zu acht Stellen im ASD sowie weitere Kapazitäten im Fachbereich 54.1. Mit der 
Schaffung von vier zusätzlichen Stellen soll der bestehende Rückstau reduziert und eine weitere 
Verschärfung der Situation verhindert werden.

Auch wenn der aktuelle HzE-Bericht erst im Laufe des Jahres vorliegen wird und daher noch 
keine abschließenden Kennzahlen zur Verfügung stehen, zeigt sich bereits jetzt ein klarer Trend: 
steigende Fallzahlen, zunehmende Komplexität der Fälle sowie eine wachsende Zahl an 
Gefährdungseinschätzungen.

Die Folgen der aktuellen Personalsituation sind deutlich erkennbar: hohe Arbeitsbelastung, 
steigende Krankenstände, zunehmende Fluktuation sowie Einschränkungen in der Einarbeitung 
und Ausbildung neuer Fachkräfte. Ohne kurzfristige personelle Verstärkung ist davon 
auszugehen, dass sich diese Entwicklung bis zur nächsten Haushaltsperiode weiter verschärfen 
wird. 
Trotz der angespannten Haushaltslage ist die Schaffung der beantragten Stellen erforderlich, um 
die gesetzlichen Aufgaben im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe weiterhin fachgerecht, 
rechtssicher und dem Schutzauftrag entsprechend erfüllen zu können. 
Vor diesem Hintergrund wird um Zustimmung gebeten.

 

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