Wahlkreisfahrt des MdB U. Thoden

Simone Obst

Am Dienstag, den 24.02.2026, machten wir uns mit sieben Personen aus dem Kreis Gütersloh auf den Weg nach Hamm, um dort gemeinsam mit weiteren Genossis in den ICE Richtung Berlin einzusteigen.

Die Reise begann mit viel Spannung, da sich der Zug aus Emsdetten verspätet hatte und somit nicht feststand, ob auch unsere organisatorische Leitung – Sefika – rechtzeitig da sein würde. Zum Glück war sie gerade noch rechtzeitig da, um die Fahrt anzutreten.
Den Fernsehturm erblickte als erstes Ida und hatte sich damit, laut einer langen Tradition ein Eis verdient.

In Berlin angekommen, wartete bereits der Bus samt Fahrer und Reiseführer auf uns, und zügig ging es dann zum ersten Programmpunkt, dem Besuch mit Rollenspiel.

Wir betraten einen Raum, welcher dem Bundestag ähnelte, und stellten dann eine Sitzung nach, in der wir in die Rollen der Abgeordneten schlüpften. In Gruppenarbeit vorbereitete Reden wurden im Sinne der jeweiligen Parteien gehalten, und manch eine Person zeigte ihre schauspielerischen Fähigkeiten.

Anschließend ging es ins Hotel, in dem die Zimmer verteilt wurden und wir auch Abendessen bekamen. Danach sind wir noch ein bisschen durch Berlin spaziert, trafen auf die ukrainische Demo am Brandenburger Tor, machten Fotos vor dem Reichstag und haben mit einem Kaltgetränk an der Spree angestoßen.

Mittwoch wartete unser Bus pünktlich um 08.30 Uhr auf uns, und wir fuhren zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, über die uns ein Genosse führte und ausführlich mit interessanten Informationen versorgte.

Im Anschluss ging es weiter in die Stauffenbergstraße zum Bundesministerium für Verteidigung.

In Empfang genommen wurden wir von den Feldjägern, die uns über allerlei Vorschriften belehrten und einen aufwändigen Sicherheitscheck durchführten. Costa durfte leider nicht mit hinein, da er offenbar am Vortag seinen Personalausweis verloren hatte und sein Führerschein nicht als Ausweisdokument akzeptiert wurde.

Drinnen wurden wir in einem Raum platziert und durften uns einen Vortrag über das Gebäude anhören. Ebenso erfuhren wir, dass die Ausstattung in den Kasernen deutlich verbessert wurde; unter anderem gibt es jetzt Spiegel in den Räumen und Fernseher.

Ich persönlich habe den Vortrag extrem unangenehm empfunden und musste in der Pause das Gebäude verlassen, weil es mir zu viel wurde. Offensichtlich habe ich aber auch nichts verpasst, wie mir anschließend berichtet wurde.

Kevin, unser Busfahrer, chauffierte uns dann zum Alexanderplatz, denn wir waren angemeldet, um oben im Fernsehturm unser Mittagessen einzunehmen. Danach hatten wir Zeit zur freien Verfügung.

Am Abend haben wir eine kleine, gemütliche Kneipe gefunden, in der es sehr faire Preise gab und wir uns gemütlich unterhalten haben.

Wieder pünktlich um 8.30 Uhr holte Kevin uns am Donnerstag ab, und es ging noch einmal in die Stauffenbergstraße, diesmal zur Gedenkstätte „Stille Helden“, in der wir, in drei Gruppen aufgeteilt, die Geschichten unterschiedlicher Menschen erfuhren, die im Zweiten Weltkrieg Jüd:innen versteckt oder ihnen geholfen haben. Beim Verlassen der Räume waren die meisten von uns sehr emotional bewegt und brauchten zum Teil einen Moment, bevor es weiterging.

In der Oranienburger Straße kam es kurz vor unserem nächsten Termin zu einem kleinen Zusammenstoß mit einem PKW. Zum Glück ist aber nichts weiter passiert als Blechschäden. Nach dem kleinen Schreckmoment stellten wir uns vor dem Centrum Judaicum auf, um uns nach einem Sicherheitscheck durch die Synagoge führen zu lassen. Im Gebäude war während der Novemberpogrome Feuer gelegt worden, und vieles wurde zerstört. Der noch vorhandene Teil des Gebäudes wurde 1995 nach Restaurierungen wieder eröffnet.

Nach der Führung ging es für uns ein paar Häuser weiter zum Mittagessen. Danach sammelte Kevin uns wieder ein und brachte uns zum Reichstag, und wir hatten eine kleine Pause zur freien Verfügung, bis wir uns gegen 16.00 Uhr trafen und uns wieder für einen Sicherheitscheck anstellten, um den Bundestag zu besuchen. Costa hatte diesmal Glück, und das Sicherheitspersonal akzeptierte seinen Führerschein als Dokument.

Im Bundestag angekommen, wurden wir für den Besuch auf der Besuchertribüne vorbereitet. Wir sollten uns ganz ruhig verhalten, nicht lachen oder quatschen und auf gar keinen Fall mitklatschen.

Im Plenum ging es gerade um die Drohnenabwehr und erweiterte Regeln dazu. Für die Linke sprach unser Genosse Jan Köstering. Die weiteren Redner:innen äußerten sich dazu wie ich es im Vorfeld erwartet hatte, und dies zeigte sich auch bei der anschließenden Abstimmung. Unsere Abgeordneten stimmten natürlich dagegen, während die Fraktion gegenüber lieber noch härter durchgegriffen hätte.

Nach der Sitzung begrüßte uns dann Ulrich Thoden in einem Besprechungsraum, und wir hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, und Uli gab uns einen Einblick in seine Arbeit.

Als Nächstes sind wir mit dem Fahrstuhl zum Gruppenfoto oben in die Kuppel gefahren, konnten dann auch noch dort hindurchlaufen und den Anblick über Berlin genießen. Ich mit meiner Höhenangst bin aber ganz schnell wieder nach unten gefahren.

Am Bus brachte uns eine Cateringfirma Lunchbags, und wir konnten uns entscheiden, ob wir zum Hotel zurückfahren oder ob wir noch mit Uli neben dem Reichstag in einem Restaurant sitzen möchten.

Wir sind überwiegend geblieben, haben uns gut unterhalten und sind auf dem Rückweg zum Hotel noch eine Currywurst essen gegangen.

Freitag hieß es dann auschecken, und bis unser Zug kam, hatten wir noch die Möglichkeit, uns im Nikolaiviertel aufzuhalten, zu shoppen, Museen zu besuchen oder anderweitig die Zeit zu verbringen.

Als wir uns dann wieder trafen, um zum Bahnhof zu fahren, gab es erneut einen kleinen Schreckmoment, da eine Person fehlte. Zum Glück wurde Siggi schnell erreicht und hatte sich nur mit dem Treffpunkt vertan.

Die Bahnfahrt verlief problemlos, wobei es im Vorfeld bereits Änderungen gegeben hatte und wir auf einen anderen ICE ausweichen mussten. Wir stiegen mit weiteren Genossis in Bünde aus, um den restlichen Heimweg anzutreten, und waren sehr froh, dass die Züge nicht von den Streikenden betroffen waren.

Wir bedanken uns noch einmal für die schönen Tage in Berlin:
bei Uli für die Möglichkeit teilzunehmen,
bei seiner Mitarbeiterin Sefika, die im Vorfeld alles organisiert hat und die gesamte Zeit für uns da gewesen ist,
bei Hajo für die organisatorische Unterstützung und auch die vielen Infos, die er uns während der Busfahrt immer gegeben hat,
bei Kevin, der uns so geschickt durch die Stadt gefahren hat,
und auch bei den anderen Genossis, die dabei gewesen sind und dafür gesorgt haben, dass die Stimmung gut war – für den Austausch miteinander und für die Gespräche