DIE LINKE. Gütersloh unterstützt Forderungen der Milchbauern im Kreis
DIE LINKE. fordert „Mindestlohn“ für Landwirte
Der Kreisverband DIE LINKE. Gütersloh hat großes Verständnis für die Wut der Milchbauern im Kreis Gütersloh. Noch im letzten Sommer wurde ihnen ein Preis von 40 Cent je Liter zugesagt. Jetzt befindet sich der Erzeugerpreis im freien Fall auf 20 Cent. Viele Milchbauern im Kreis ste-hen vor dem Aus!
Den meisten BürgerInnen scheint es nicht klar zu sein, welch elementare Bedeutung der Land-wirtschaft zukommt. Nicht Billigimporte aus aller Welt, oft erzeugt unter katastrophalen sozialen und ökologischen Bedingungen und transportiert und gekühlt unter Verschwendung riesiger Mengen Energie, sind die Basis der Nahrungsmittelversorgung, sondern die heimische Erzeu-gung.
Für ein hochwertiges Produkt wie Milch erhalten die Bauern nur noch rund 23 Cent je Liter. Zur-zeit bringt den Bauern die Milch einer Kuh damit rund 5-6 € täglich. Wie soll das gehen? Die Aufzucht der Tiere, Futter und Wasser, Energie, tierärztliche Versorgung, alles muss davon bezahlt werden. Der Preis liegt unter den Herstellungskosten. Faire Löhne, artgerechte Tierhal-tung und ein nachhaltiges Wirtschaften sind somit von vornherein unmöglich.
Die Molkereien, aber auch der Einzelhandel, sind völlig zu Recht Adressaten des Protestes. Preiskämpfe mit Grundnahrungsmitteln auf der einen und Maximalprofite für Handelsketten und Molkereien auf der anderen Seite verbieten sich von selbst.
DIE LINKE fordert kostendeckende Preise für die Landwirtschaft. Diese müssen aber auch be-zahlbar sein. Deshalb gehört für uns die Diskussion um gerechte Löhne, armutsfeste Renten und die Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze unbedingt zu dieser Debatte dazu. Soziale Gerech-tigkeit ist die Voraussetzung für faire Erzeugerpreise!
DIE LINKE fordert eine Agrarpolitik, die auch strukturpolitisch die richtigen Weichen stellt: Für eine soziale und ökologische Entwicklung ländlicher Räume mit multifunktionalen landwirt-schaftlichen Betrieben. Die Nahrungsmittelerzeugung muss regionalisiert werden unter Einhal-tung sozialer und ökologischer Standards.
DIE LINKE fordert eine Stärkung der Erzeugerbetriebe, damit diese finanziell abgesichert sind. Sie brauchen mehr Einfluss auf die Preisgestaltung gegenüber den erpresserischen und hoch konzentrierten Einzelhandelsstrukturen. Wir brauchen mehr Wertschöpfung in den Regionen durch Förderung regionaler Veredelungs- und Vermarktungsstrukturen für landwirtschaftliche Produkte.
Die EU-Agrarhilfen aber fließen vorrangig an landwirtschaftliche Großbetriebe, Lebensmittel-konzerne und Weinbrennereien. Damit muss Schluss sein.
Die Verbraucher haben zudem ein Recht auf qualitativ hochwertige Lebensmittel. So hat inzwi-schen die so genannte ESL-Milch die Vollmilch verdrängt. Die Vorteile der ESL-Milch hat einsei-tig der Handel, da die Tüten länger im Regal stehen können. Laut der Verbraucherzentrale ist aber die Produktion von ESL-Milch ökologisch kaum vertretbar. Sie verbrauche Energie für die Erwärmung der Milch und den Transport der haltbaren Milch über weite Strecken. Regionale Molkereien hätten das Nachsehen.
Für den Verbraucher bedeutet dies weniger Vitamine und schlechteren Geschmack.
Michael Pusch, Sprecher, Marco Lehmann, stellv. Sprecher
DIE LINKE.KREIS GÜTERSLOH - 0171-1709215
