DIE LINKE. Gütersloh fordert: Karstadt-Eigentümer müssen für Erhalt der Arbeitsplätze zahlen!
Während für die Banken und ihre gescheiterten Manager die Milliarden sprudeln, verweigerte die Bundesregierung dem angeschlagenen Touristik- und Warenhauskonzern Arcandor eine Bürgschaft aus dem "Wirtschaftsfonds Deutschland". Betroffen von der Schliessung von dem Traditionsunternehmen Karstadt-Quelle wären seine 43.000 Beschäftigten, hiervon 146 MitarbeiterInnen in Gütersloh und ihre Familien! Besonders hart trifft es viele Frauen, die schon jetzt von niedrigen Löhnen leben müssen.
DIE LINKE. Gütersloh unterstützt ausdrücklich die Forderung der Belegschaft nach öffentlichen Hilfen für Karstadt und Quelle. Allerdings müssen solche Hilfen mit klaren Bedingungen verbunden werden: Von eindeutigen Beschäftigungsgarantien bis zu einer erweiterten Mitbestimmung der Beschäftigten. Damit aber nicht genug!
Zum florierenden Betrieb eines Kaufhauses bedarf es außer einem entsprechenden Warenangebot gut qualifizierter, gut bezahlter und zufriedener MitarbeiterInnen einerseits und Kunden mit ausreichenden Einkommen andererseits. Aktionäre und andere Eigentümer, die nur die höchstmögliche Verzinsung ihres Kapitals wollen, sind allerdings schlicht überflüssig!
Es ist deshalb längst an der Zeit über alternative Eigentumsformen zu diskutieren: Von genossenschaftlichen und selbst verwalteten Betrieben bis hin zur Vergesellschaftung und Überführung in kommunales oder Staatseigentum ist vieles möglich. Bedingung für Letzteres ist aber die öffentliche und demokratische Kontrolle der Unternehmen.
Die (Alt-)Eigentümer dürfen aber nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Milliardenschwere Vermögen wie das der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und auch das Bankhaus Sal. Oppenheim müssen vorrangig zur Sicherung der Arbeitsplätze herangezogen werden.
Geld ist auch an anderer Stelle reichlich vorhanden: „Der Bundeshaushalt ächzt unter den Lasten der Krise, doch die Bundesregierung gibt Milliarden für Kriegsgerät aus. Schon ein Zehntel der für die 68 weiteren Eurofighter zur Verfügung gestellten Steuermittel hätte Karstadt vor der Pleite retten können,“ so Inge Höger aus Herford, Mitglied der Bundestagsfraktion DIE LINKE.
Mit der Schließung des Karstadt – Hauses ginge der Gütersloher Innenstadt ein Anziehungspunkt verloren. DIE LINKE. will die Stärkung der Innenstadt als lebendigem und attraktivem Ort zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen. Deshalb sehen wir auch die Stadt in der Verantwortung, sich für den Erhalt von Karstadt und die Entwicklung eines Konzepts zur Stärkung eines hochwertigen beschäftigungs- und beratungsintensiven Einzelhandels in der Innenstadt einzusetzen.
Manfred Reese, Sprecher, DIE LINKE. Stadtverband Gütersloh
Michael Pusch, Sprecher, DIE LINKE. Kreisverband Gütersloh

