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Invasion der Mülltonnen in den Gütersloher Straßen

DIE LINKE. KREIS GÜTERSLOH zum Streit um das Gütersloher Altpapier.

Welch seltsame Blüten die grenzenlose Privatisierung öffentlicher Aufgaben hervorbringt, davon konnten sich die Gütersloher Bürger überzeugen. Mehr als 24.000 blaue Altpapiertonnen überdenschwemmten in dieser Woche die 96.000-Seelen-Stadt. Die konkurrierenden Firmen Tönsmeier und die zur Marienfelder Reiling-Gruppe gehörende Firma MS Recycling bestückten viele Straßenzügen gleich doppelt.
„In den nächsten Tagen werden die Firmen versuchen, so viele Straßen und Bezirke wie mög-lich zu besetzen“, kündigte Matthias Maurer, Leiter des Fachbereichs Stadtreinigung, Anfang der Woche an.
 „Wettbewerb ist Wettbewerb“, so Andreas Uhlen, Geschäftsführer der Firma MS Recycling.
Die Stadt kann niemandem verbieten, sich am Kampf um das Altpapier zu beteiligen. Im Gegenteil, in der Arbeitsgemeinschaft Papier arbeiten die Firma Tönsmeier und die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH (GEG) zusammen. Somit kommt zumindest ein kleiner Teil der zurzeit zwischen 65 und 75 Euro je Tonne Altpapier dem Kreis und den Städten zu gute. Aber da haben wir uns zu früh gefreut!
Bisher hat die Stadt Gütersloh nämlich die Erlöse für die 7.000 Tonnen Altpapier jährlich vollständig bekommen. "Jetzt wo sie kommerziell vermarktet werden, bekommen wir von den Fir-men nur noch einen kleinen Anteil", so Fachbereichsleiter Matthias Maurer. Er fürchtet, die Müllgebühren könnten dadurch steigen.
Noch im Jahre 2006 sprachen sich bei einer Umfrage 74 % der Gütersloher gegen die Einfüh-rung der Papiertonne aus. Stellplatzprobleme und eine Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes der Stadt wurden als Gründe genannt.
Jetzt hatte gleich jeder zwei blaue Tonnen vor der Tür. Inzwischen haben beide Unternehmen den lukrativen Markt unter sich aufgeteilt.
Anfangs werden die blauen Tonnen kostenlos abgeholt. Was aber passiert bei sinkenden Altpapierpreisen? Wer die Gewinne macht, wissen wir. Wer das Risiko und die Kosten trägt, können wir uns denken!
Wer aber übernimmt die Verantwortung für diese aberwitzige Entwicklung?
Wie einst Schilda für seine Schildbürgerstreiche könnte ja auch Gütersloh für seine Dummheit berühmt werden. Die Schildbürger allerdings stellten sich nur dumm! Sie waren es leid, das immer mehr Schildbürger als Ratgeber der Könige und Kaiser dieser Welt die Stadt verließen.
Auch mancher aus Gütersloh spielt gern Berater der Politik. Was dabei herauskommt, ist zum Beispiel die Privatisierung der Abfallwirtschaft. Aber der Papierwulst, den die Bertelsmann-Stiftung produziert, ist weitaus größer. Der EU-Vertrag umfasst 363 Seiten, die Hartz 4 Gesetze 351 Seiten, dazu die Gesundheitsreform, Vorschläge für die Privatisierung der Bildung, Pläne für weltweite Kriege. Ob für so viel Müll 24.000 blaue Tonnen ausreichen?
Und sollte doch noch Platz in den Tonnen sein, das Superwahljahr 2009 steht bevor. Die Briefkästen werden wieder vollgestopft sein mit leeren Wahlversprechen.
Mehr zu DIE LINKE. in Gütersloh papierfrei unter 0171-1709215 oder www.die-linke-guetersloh.de   (Foto: Nikolaos Damianidis)


Petra Gotthardt, Almuth Wessel, Nicole Sanker, Anja Nolte, Marco Lehmann, Hans-Werner Elbracht, Jens Ellebracht, Fritz Ludwig, Michael Pusch
Kreisvorstand DIE LINKE. GÜTERSLOH


Foto: Nikolaos Damianidis
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