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Todesstoß für die Gütersloher City?

DIE LINKE. KREIS GÜTERSLOH ist gegen die Errichtung des geplanten Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Areal!
Die geplante Verkaufsfläche von 20.000 m² entspricht mehr als 35 % der vorhanden Ladenfläche in der Innenstadt, der geplante Umsatz von 120 Millionen € sogar 50 % des Umsatzes des Gütersloher Einzelhandels zuzüglich Karstadt.
Wo soll die zusätzliche Kaufkraft herkommen? Niedriglöhne, real sinkende Renten, Armut durch Hartz-IV, explodierende Preise für Energie und Lebensmittel: Umsatz und Gewinne werden zu Lasten des Gütersloher Einzelhandels gehen. Dieser wird der Konkurrenz nicht gewachsen sein, selbst wenn die Löhne gesenkt und die Arbeitszeiten verlängert werden. Zahlreiche Einzelhändler, die jetzt schon ums Überleben kämpfen, werden auf der Strecke bleiben. Und auch viele, die jetzt noch gar nicht daran denken.
Die Folgen wären fatal: Leerstände nehmen zu, Arbeitsplätze gehen verloren, die Innenstadt wird veröden. Bestenfalls die Filialen der Anbieter von Ramsch, wie sie global inzwischen fast in jeder Einkaufstrasse zu sehen sind, werden sich durchsetzen können. Von fairen Löhnen und Produkten, die unter sozial und ökologisch vertretbaren Bedingungen hergestellt werden, ent-fernen wir uns somit immer weiter. Gewachsene Strukturen aber werden weiter zerstört. Das müssen auch die Gütersloher Stadträte wissen.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Brinkhaus behauptet, er habe das Ohr am Bürger und 95 % der Gütersloher wollten dieses Einkaufszentum. Die Online-Umfrage der NW kommt zu ganz ande-ren Ergebnissen.
Das Hörvermögen, besser gesagt das Demokratieverständnis nicht nur der Gütersloher CDU, scheint schon seit längerem erheblich gestört zu sein. Wir erinnern daran, noch 2003 sprachen sich über 75 % der Gütersloher gegen einen Theaterneubau aus. Aber das Theater kommt!
Schon der Gütersloher Rat weiß scheinbar nicht, was in Gütersloh gebraucht wird. Wie sollen es dann die Manager der Firma Gazit Immobilien wissen, die das Einkaufszentrum bauen wollen? Gazit ist übrigens eine Tochtergesellschaft von Gazit-Globe, einem globalen Immobilienin-vestor.
Auf der Internetseite von Gazit Immobilien wird Amir Gal, Präsident von Gazit Europe, zitiert: „Diese Erwerbungen sind Teil unserer Strategie, eine führende Geschäftsplattform in Deutsch-land mit Schwerpunkt auf sozial starken Stadtgebieten aufzubauen.“
(http://www.gazit-immobilien.de/deutsch/aktuelles/aktuelles/muster.html)
Ähnlich deutlich wird http://www.geld.com/immobilien/news_3236.html:
„Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 weist Gazit-Globe einen Nettogewinn von 983 Mio. Shekel bzw. rund 176 Mio. Euro aus, geht aus einer Unternehmensmeldung an die Börse in Tel Aviv laut Bloomberg hervor. Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert, da höhere Mieterlöse durch einen Anstieg der Managementkosten wettgemacht wurden. Die Dividende wird allerdings um 11% auf 1,2 Shekel je Aktie erhöht. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um rund 20% auf umgerechnet 664 Mio. Euro.“
Noch Fragen? DIE LINKE. lehnt ein derartiges Projekt strickt ab! Wir fordern eine Stadtentwicklung, die sozialen und ökologischen Erfordernissen entspricht.
Weder in der Konzernzentrale in Tel Aviv noch im Gütersloher Rathaus wird man dieser Forderung gerecht. Viele Gütersloher Bürger wissen besser, woran es in ihrer Stadt mangelt. Wer wie DIE LINKE. auch außerhalb von Wahlkämpfen ein Ohr für die Nöte der Bürger hat, weiß das! Herr Brinkhaus hat sich verhört, nicht zum ersten Mal!
Petra Gotthardt, Sprecherin, Michael Pusch, Sprecher
DIE LINKE. KREIS GÜTERSLOH

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